Frühmorgens bestiegen wir das Flugzeug nach Alice Springs. Der Flug verlief ruhig, das Flugzeug kaum zu einem Drittel voll. Schade machte das servierte Sandwich vor allem seiner 1. Silbe Ehre… Der Flughafen von Alice Springs ist klein und übersichtlich, wir holten unser Gepäck ab, unser Mietauto war auch bereit und wir brachten sogar unseren gesamten Gepäckhaufen unter. Wir bezogen das Motel und nach einer kleinen Pause gingen wir Alice Springs erkunden. Das Städtchen hat ein nettes Zentrum mit Fussgängerzone. Gegen Abend machten wir einen Spaziergang auf den ANZAC -Hügel, ein Kriegerdenkmal, mit Blick über Alice Springs. Zum Sonnenuntergang treffen sich dort so ziemlich alle Touristen…

Am nächsten Tag machten wir uns als erstes auf den Weg zur School of the Air. Dies ist eine spezielle Schule, die den dünn besiedelten Regionen Australiens Rechnung trägt. Die Schüler ab dem Kindergarten bis zur Oberstufe werden im Fernunterricht unterrichtet. In den Anfängen der Schule fand das mittels Kurzwellenfunk statt. Die Schüler mussten pedalen, damit das Funkgerät senden konnte. Seit ein paar Jahren läuft alles über Internettechnologie. Aktuell werden 118 Kinder in der School of Air von Alice Springs unterrichtet, diese leben verstreut über 1'000'000 km2. Verteilt über ganz Australien gibt es mehrere solcher Schulen. Ein spannender und lohnender Besuch der uns grübeln lässt, wie das wohl sein mag, das Leben dort draussen im Busch, oft fern ab von Nachbarn, Spielkameraden, Einkaufsmöglichkeiten und vielem mehr, was wir für so unentbehrlich halten.
Nach diesem kleinen Einblick in einen Aspekt des australischen Lebens, nahmen wir die 470 km zum Uluru (früher Ayers Rock) unter die Räder. Die Fahrt zum wohl berühmtesten Wahrzeichen des Landes führt durch das Red Center, dem tiefroten Herzen Australiens. Regelmässig kommen uns die berühmt berüchtigten Road Trains entgegen, diese überlangen Lastwagen mit Zugmaschine und oft mehreren Anhängern, die die Versorgung von entlegenen Gebieten sicherstellen. Wehe wer sich diesen oft über 100 Tonnen in den Weg stellt. Zirka 40 km vor dem Ziel erhaschten wir den ersten Blick auf den erhabenen Fels, der sich mitten aus dem Nichts erhebt.

Da wir ohne Dusty keine Campingmöglichkeit mehr hatten, haben wir uns im Desert Gardens Hotel einquartiert, einer von mehreren Unterkünften im Ayers Rock Resort und da man sich ja sonst nichts gönnt, ein Zimmer mit Blick auf den Uluru genommen… Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten, haben wir uns gleich wieder auf den Weg gemacht, unseren ersten Sonnenuntergang am Uluru wollten wir auf keinen Fall verpassen. Wir waren nicht ganz die einzigen, die sich am Sunset Point einfanden, besuchen doch jährlich mehrere hundert tausend Menschen den Ort. Obwohl schon unzählige Male auf Bildern gesehen, zog uns dieser Berg wie wohl die meisten Besucher vom ersten Moment an in seinen Bann. Der Sonnenuntergang mit seinem Farbenspiel auf dessen Höhepunkt der Uluru sich glutrot zeigt, ist ein spektakulärer, unvergesslicher Anblick. Lena und Yael fanden es zwar schön, nach kurzer Zeit aber auch langweilig und so bauten sie schon bald mit dem ebenfalls gelangweilten 9-jährigen Josh aus Deutschland, ägyptische Pyramiden aus dem roten Wüstensand Australiens.

Wir delegierten Hansruedi, den Sonnenaufgang bei den Kata Tjuta-Felsen zu fotografieren. Dies sind wie der Uluru den Aborigines heilige Felsen, 36 Kuppeln ragen aus der flachen Landschaft auf. Viertel vor sechs aufstehen, dann gut 30 km Fahrt durch die Nacht. Beim Sonnenaufgangspunkt war es noch ziemlich ruhig, das änderte sich dann aber in den nächsten 20' nachhaltig, als 3 Busse und etliche Privatautos aufkreuzen. Nicht auszudenken, wie das hier zur Hochsaison abgeht… Der Sonnenaufgang in der Ebene hinter dem in 20 km Entfernung daliegenden Uluru ist schön, dummerweise ging dann unser Foto-Objektiv definitiv in Streik. Nach dem Frühstück machten wir uns alle zusammen zu den Kata Tjuta auf. Wir unternahmen zwei kurze Wanderungen. Beide wunderschön und für uns in Sachen Länge gerade richtig. Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang, welcher die Katja Tjuta toll färbte.

Am nächsten Tag machte sich Christine früh auf, um den Sonnenaufgang am Uluru zu sehen, der Rest der Familie schlief aus. Wir liessen uns nach dem Frühstück in die Geheimnisse des Speer- und Bumerang-Werfen, sowie Didgeridoo-Blasen einweihen. Anschliessend fuhren wir an den Fuss des Uluru wo wir den Mala-Walk machten. Der führt am Fuss des eindrücklichen Felsens entlang und man findet mehrere Höhlen, wo die Aborigines früher gelebt haben, einige sogar noch mit Felszeichnungen. Die ganze Gegend ist einfach wunderschön, der Felsen wunderbar rot unter einem blauen Himmel, gelbes Spinifex-Gras und grüne Eukalyptus-Bäume. Wir fuhren dann einmal rund um den Berg, bevor wir uns wieder für den Sonnenuntergang einrichteten, was noch mal ein ganz schönes Erlebnis war, zu sehen, wie der Berg durch alle Farbschattierungen von Rot und Violett durchgeht. Unvergesslich!

Niemand hatte am letzten Tag mehr Lust auf früh aufstehen und einen Sonnenaufgang, so genossen wir den Ausblick auf den Uluru vom Bett aus. Bis dann alle bereit waren und das Frühstück gegessen, 120 kg Gepäck geladen, die Kids ihr Uluru-Foto hatten dauerte es.
Die vierstündige Rückfahrt nach Alice Springs unterbrachen wir nur einmal und so blieb noch Zeit für einen kurzen Besuch in der Simpson Gap, eine Schlucht ein paar Kilometer von der Stadt entfernt, was nach der Autofahrerei eine schönen und angenehmen Spaziergang abgab.


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