Nur eine Autostunde nördlich von Brisbane liegt der Australia Zoo. Den hat der Australier Steve Irwin aufgebaut. Der Mann war ein Krokodiljäger, Tierfilmer, Selbstinszenierer und furchtloser Tierfreund. Seine Sendungen sind bis heute 8 Jahre nach seinem Unfalltod immer wieder am TV zu sehen und haben wegen dem hemdsärmeligen Vorgehen von Steve und der Action mit oft tödlichen Viechern Kultstatus. Inzwischen sind seine Kinder 16 und 10 Jahre alt die Galionsfiguren des Unternehmens. Die beiden haben Kleidermarken, Bücherserien, sind Dauergast in der Zoozeitung… Zoobesuche kommen bei Lena und Yael immer gut an und die Show in der Arena (mit Ausmassen eines kleinen Fussballstadions) mit dem 6 m langen Salzwasserkrokodil „Mossman“ war irgendwo zwischen spannend und gruselig angesiedelt. Wir verbrachten trotz des riesigen Kommerzes der betrieben wird einen vergnüglichen Tag.

Unsere nächste Station hiess Hervey Bay. Von hier aus organisierten wir uns eine geführte Tour nach Fraser Island. Fraser Island könnte zwar durchaus individuell bereist werden, ist allerdings wirklich extremes 4x4 Gelände und mit unserem Dusty überhaupt nicht befahrbar, deshalb entschieden wir uns für einmal für einen geführten Ausflug.

Die Überfahrt mit der Fähre in Richtung Fraser Island verlief ruhig und bald kamen wir auf der grössten Sandinsel der Welt (124 km lang und bis 25 km breit, bei Höhen von über 250 m) an. Hier wartete bereits Butch, unser Fahrer/Führer und unser Fahrzeug, eine Mischung zwischen einem bequemen Bus und einem Lastwagen, hoch, kräftig und robust. Die Fahrt war enorm holperig (Strassen gibt es ja nicht, nur in den Dschungel geschlagene Pfade, die allesamt durch den tiefen Sand führen). Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt, die Girls hörten sich allerdings in aller Seelenruhe Globi an…

Unser erster Stopp war der schöne Lake McKenzie. Einige mutige gingen Baden. Und wie klein doch die Welt ist: wir trafen wieder zwei Schweizerinnen, welche unseren Weg nun schon zum dritten Mal auf unserer Reise kreuzten, zudem begegnete Hansruedi einer ehemaligen Schulkollegin aus der Sek. Danach ging es zum ehemaligen Platz, den die Holzarbeiter genutzt hatten und entlang des Wanggoolba Creek durch ein schönes Regenwald-Gebiet. Am Nachmittag war dann eine Wanderung an den Lake Wobbly angesagt.

Am nächsten Tag stand frühmorgens der spektakuläre Sonnenaufgang auf dem Programm, anschliessend fuhren wir auf der Insel „Autobahn“, sprich direkt auf dem Sandstrand Richtung Nordwest. Nach kurzer Fahrt stoppten wir bei zwei Flugzeuge und machten einen fünfzehnminütigen Rundflug über das Meer und einen Teil der Insel und konnten so nicht nur Wale von oben beobachten sondern auch einen guten Eindruck von der Grösse der Insel gewinnen. Auch die Flugzeuge starten und landen direkt vom Sandstrand aus. Wir landeten am Wrack der Maheno, welche hier pittoresk am Ufer gestrandet ist und seither vor sich hinrostet - eines der Wahrzeichen von Fraser Island. Danach fuhren wir rund 60 km dem Strand entlang. Unterwegs gab es farbige Sandsteinfelsen zu sehen, wir konnten immer wieder Wale aus der Ferne beobachten und genossen einen Tea on the Beach mit frischen Muffins. Vom rund 70 m hohen Indian Head - die Felskuppe ist ausnahmsweise im Gegensatz zum Rest der Insel nicht aus Sand - sahen wir nun Wale in rauen Mengen. Sie bliessen, klatschten mit den Flossen und vollführen Luftsprünge. gerne hätten wir das noch von etwas näher gesehen, aber auch so wusste man kaum, wo schauen. Als nächstes standen natürliche Brandungspools auf dem Programm, in denen man baden konnte.

Nach einem Picknick fuhren wir dann langsam zurück und hielten am Eli Creek an. Der Bach führt eine Menge Wasser und man kann sich rund 200 m den Bach hinuntertreiben lassen. Dazu kam es allerdings nicht, denn da waren zwei Dingos, mitten auf dem Weg. Dinos sind ausgewilderte asiatische Hunde, seit Jahrtausenden in Australien heimisch und ganz hübsch anzusehen. Dummerweise sind es eben Wildtiere, welche ihr Futter jagen. Dabei ist alles, was kleiner ist, potenzielle Beute, zudem ist gerade Paarungszeit, da sind die Männchen noch aggressiver. So ist verständlich dass wir zwar die Beobachtung der seltenen und schönen Tiere schätzten, andererseits doch etwas in Sorge wahren, denn die Mädchen sind im Moment sogar vor Labradors und Zwergpudeln ängstlich und wenn etwas den Jagdinstinkt eines Dingos weckt, so sind das kleine Wesen, welche davonlaufen und Angst haben. Es gab schon einige tragische Zwischenfälle, mit Kindern und Dingos. Kein Wunder, dass wir ziemlich dicht beieinander blieben. Die Dingos spazierten ungeniert durch die Autos und Menschen. Als sie dann unter 2 m an uns heran waren, scheuchten wir sie dann endgültig weg, wir wollten kein Risiko eingehen. Mit dem Sonnenuntergang verliessen wir diese spektakulär schöne Insel mit vielen wunderbaren Bildern im Kopf.


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